57. Kleinheubacher Regatta 2016

 

Ergebnisliste

 

Fliegende Wechsel ins nächste Rennen
Kleinheubach 25./26. Juni 2016

Bei Kleinheubacher Kanu-Regatta führt Gastgeber WSG die Punkteränge an

Kleinheubach. „Wir sind Sieger der Herzen!“, so tröstete sich die Mannschaft eines Viererkajaks aus der Schweiz, nachdem sie im Wettkampf den anderen Booten unterlegen war. „Sieger der Herzen“ gab es sehr, sehr viele bei den rund 150 Rennen der 57. Kleinheubacher Kanu-Regatta, ausgerichtet von der Wasser-Sport-Gemeinschaft Kleinheubach (WSG). Aber es gab auch jede Menge Sieger, die manchmal erst fast auf der Ziellinie aus spannenden Zwei- oder Dreikämpfen hervorgingen und jubeln konnten.

Enttäuschungen gab es manchmal schon am Start, der durch den erhöhten Wasserstand und die damit einhergehende starke Strömung vielleicht nicht immer ganz fair war. Die Starter hatten es nicht leicht, acht oder neun Boote in eine Linie zu bringen. Jeder Sportler sucht hier seinen Vorteil, wird aber „zurückgepfiffen“, wenn er zu weit vorne ist. Bis er sein Boot zurückgesetzt hat, sind andere „davongeschwommen“ und müssen erneut ausgerichtet werden. Manchmal dauerte es gefühlte Ewigkeiten, bis endlich der Startschuss fiel.

Im Rennen dann versuchte bei den Älteren so mancher Schlaumeier, die stärkste Strömung zu nutzen und drängte dann auch mal seinen Widersacher etwas ab. Aber bei 500 Metern Streckenlänge können geübte Paddler so manchen Nachteil wieder ausgleichen. Beim 200-m-Sprint klappt das nicht. Wer da am Start nicht gleich mitkommt, der bleibt hintendran …

Hintendran bleiben – das geht für einen ambitionierten Sportler gar nicht! Bei Startabständen von drei oder fünf Minuten wird es schnell hektisch, wenn der Athlet vom Zweier in den Einer wechseln und gleich wieder stromauf zum nächsten Rennen paddeln muss. Da kommt es vor, dass der Trainer mit dem Einerkajak schon an einem Steg wartet und der Sportler im fliegenden Wechsel direkt vom Zweier in den K1 springt – ohne auch nur einen Fuß an Land zu setzen …

Ganz so schnell geht es beim Viererkajak meistens nicht. Zumal im Rennboot Sitz und Fußstütze auf jeden Fahrer individuell eingestellt werden müssen, damit dieser die optimale Kraft aus der Beinarbeit aufs Paddel umsetzen kann. Da wurde geschraubt und gedreht … Nur die kleine Mia brauchte das nicht. Papa setzte sie einfach auf einen Stapel Schaumstoffkissen vor ihr Sitzbrett. Es war das Boot mit dem höchsten Gesamtalter: Mia (7 Jahre), Schwester Lena (9), Papa Jan (39) und Opa Volker (73) schlugen mit insgesamt 128 Jahren zu Buche.

Vier solcher Generationenvierer stellte die WSG in drei Vorläufen bei den Herren, zwei bei den Damen, davon waren drei „Wirl-Familienboote“. Der „Wirl-Vierer“ mit Papa Kai, den Söhnen Felix und Ben und ihrem Cousin Tim gewann sogar den 2. Platz im Endlauf. Um den Nachwuchs muss sich WSG Kleinheubach also wirklich keine Sorgen machen. Vor allem der Jüngste, der achtjährige Jakob Wirl, paddelt jetzt schon wie ein Uhrwerk und mit dem Ehrgeiz, den sein Papa schon als Deutscher Meister an den Tag legte. Aber alle großen wie kleinen Wirls fahren aus eigener Leidenschaft – niemand von ihnen wird ins Boot „genötigt“, wie Oma Ursel betont.

Offensichtlich war auch Petrus sehr auf die Rennen im Generationenvierer gespannt. Die 5.000 Meter-Langstreckenrennen nach den Wettkämpfen der Jugend-Klasse mussten komplett seinem heftigen Donnerwetter geopfert werden. Pünktlich zu den Rennen im Generationenvierer hörte es sogar ganz auf zu regnen. Mit dem Wetter mussten Ausrichter und Wettkämpfer bis auf diesen einen „Ausrutscher“ sehr zufrieden sein!

Weniger zufrieden war man mit dem Fahrer eines ps-starken Motorboots, das trotz Schifffahrtssperre in die Rennen zu rasen drohte. Erst als das Boot der Wasserwacht Blaulicht einschaltete und auf den Raser zusteuerte, drehte der Raser ab und entschwand uneinholbar schnell Richtung Laudenbach.

Nach eineinhalb Tagen Wettkampf führte am Ende der Gastgeberverein WSG Kleinheubach mit 430 Punkten die Vereinswertung an, gefolgt vom DRC Neuburg mit 426 Punkten. Der SSKC Aschaffenburg belegte mit glatten 200 Punkten den 5. Rang, die TG Würzburg-Heidingsfeld mit 143 Punkten Platz 10, der KSC Gemünden mit 88 Punkten den 13. und der PSV Langenprozelten mit 76 Punkten den 16. Rang. Hinzu kommen noch 64 Punkte der Renngemeinschaft Bayern, die sich auf die Vereine aus Aschaffenburg, Kleinheubach, Neuburg und Würzburg-Heidingsfeld aufteilen. Für die RG Bayern starten Sportler immer dann, wenn sie mit Kameraden aus einem (oder mehreren) anderen Verein(en) in einem Mannschaftsboot ein Rennen bestreiten.



 

 

 

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