95. Deutsche Meisterschaften 2016
in Brandenburg a.d. Havel

 

Kanumehrkampf
Ergebnisse 24.08.2016
Ergebnisse 25.08.2016
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Ergebnisse 27.08.2016
Ergebnisse 28.08.2016

 

Deutsche Meisterschaften mit Überraschungen und Medaillen
Brandenburg 24.-28. August 2016

Deutsche Meisterschaften mit Überraschungen und Medaillen

Kleinheubach/Brandenburg. Erfolgsverwöhnt von der Süddeutschen Meisterschaft starteten die Sportler/in der Wasser-Sport-Gemeinschaft Kleinheubach (WSG) zu den Deutschen Meisterschaften im Kanurennsport nach Brandenburg an der Havel. Man war sich allerdings bewusst, dass sich die vielen Medaillen der letztjährigen DM nicht wiederholen ließen. Eine Startklasse umfasst jeweils zwei Jahrgänge, und alle mussten jetzt eine Klasse höher starten, das heißt: gegen ein Jahr Ältere. Deshalb rechnete niemand wirklich mit einer Medaille - aber auch nicht mit dem unbändigen Ehrgeiz der Sportler.

Kleinheubachs Jugendsportler des Jahres 2015 im Bayerischen Kanu-Verband, Ken Pfeiffer (WSG), war kein guter Start in die Rennen vergönnt. Es klappte zu Beginn weder im Einerkajak, noch im Zusammenspiel mit Zweierpartner Lukas Möller (SSKC Aschaffenburg) und auch nicht im Viererkajak-Sprint. Aufschwung brachte des Rennen im K4 mit Möller, Pfeiffer, Florian Egeler und Conrad Bergmann (Letztere DRC Neuburg) auf der 1000-m-Strecke. Es war ein soooooooo knapper Zieleinlauf, das Boot schrammte nur etwa eine Sekunde am Siegerpodest vorbei und landete auf dem 5. Platz.

Erst Bronzemedaille, dann abgeschossen

Ken Pfeiffer war damit nicht zufrieden. Sein Ziel war ganz klar eine Medaille! Aber dafür musste er bis zum letzten Wettkampftag warten. Im Zweierkajak mit Florian Egeler paddelte er von Anfang an vorne im 200-m-Sprint mit. Es wurde ein Wimpernschlagfinale - am Ende jubelten die Bayern über die Bronzemedaille!

Alle Last war dem Kleinheubacher sichtbar von den Schultern genommen, als die beiden Athleten bei der Siegerehrung strahlend die verdiente Medaille in Empfang nahmen. Dennoch war es für sie schwer zu verschmerzen, dass ihr K2 auf der Langstrecke schon kurz nach der ersten Wende von der Konkurrenz regelrecht gedreht und "abgeschossen" wurde. Jede Chance war damit im Keim erstickt - die beiden mussten ihr letztes Rennen aufgeben, das sie so hoffnungsvoll begonnen hatten.

Konkurrenz mit Olympia-Medaillen lässt keine Chance

Überraschend viel Stärke demonstrierte der Viererkajak der Damen Junioren mit Jessica Schwaab (WSG) im Boot: Die bayerische Fangemeinde traute ihren Augen kaum, als das Boot über 500 m unangefochten von hinten als Zweitschnellste direkt ins Finale durchzog. Auch im 200-m-Sprint erreichten sie den Endlauf ungefährdet. Auf beiden Strecken schlug am Ende ein 6. Platz zu Buche.

Aber es wartete noch ein besonderes Highlight im Zweierkajak mit Sarah Winter (DRC Neuburg) im Rennen der Damen Leistungsklasse über 200 m auf Jessica Schwaab, das die Beiden mit dem 5. Platz beendeten: Die Konkurrentinnen kamen teilweise direkt aus Rio von den Olympischen Spielen und hießen Tina Dietze, Franziska Weber und Conny Waßmuth!

Dass im direkten Vergleich mit Olympiasiegern wie Ronny Rauhe & Co kein Kraut gewachsen ist, mussten auch Marvin Tetz (WSG) und Moritz Ziemlich (SSKC Aschaffenburg) erfahren. Mehr als ein Ausscheiden mit hoch erhobenem Haupt - wenn auch schon im Vorlauf - war für die Unterfranken da logischerweise nicht drin.

Wenn Erfolge abfärben …

Mit hoch erhobenem Haupt und strahlendem Gesicht ging ein anderes Mitglied der WSG vom Siegertreppchen, an das im Vorfeld nicht viele gedacht hatten. Denn Bastian Wetzel zog es schon vor zwei Jahren zum Sportgymnasium nach Essen. Auch für ihn war im Einerkajak über 500 m im Zwischenlauf Schluss, auf der 1.000-m-Distanz erreichte er den 2. Platz im B-Finale.

Am letzten Wettkampftag schaffte er dann das, wovon seine Kleinheubach Kameraden in diesem Jahr träumten: Gold! Mit seinem Zweierpartner holte er bei den Herren Junioren auf der Langstrecke unangefochten den Sieg. Bastian Wetzel ist in Essen gerade in eine Wohngemeinschaft mit dem aktuellen Doppel-Olympiasieger Max Rendschmidt gezogen. Wenn dessen Erfolge auf ihn abfärben, muss sich seine Konkurrenz wohl künftig sehr warm anziehen …

Text und Foto: Uschi Zimmermann