Deutsche Meisterschaft 2015

 

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Ergebnisliste KMK

 

3 x Silber und Deutscher Meistertitel für WSG Kleinheubach
München, August 2015

Ken Pfeiffer stärkster Athlet

Kleinheubach/München. Dass die Jugend der Wasser-Sport-Gemeinschaft Kleinheubach (WSG) schon seit einigen Jahren wieder richtig stark ist, ist nicht neu. Und dennoch überraschten Ken Pfeiffer und Oliver Franke bei den 94. Deutschen Kanurennsportmeisterschaften alle. Vor allem Ken Pfeiffer (in Renngemeinschaft mit dem Aschaffenburger Lukas Möller). Sie waren mit ihren Erfolgen die stärksten Sportler des Bayerischen Kanu-Verbandes.

Die WSG Kleinheubach fuhr in ihrer 62-jährigen Vereinsgeschichte selten so viele Medaillen auf einmal bei einer Deutschen Meisterschaft ein. Nur 1995 holte sie noch einen Deutschen Meistertitel mehr als 2015.

Riesen Jubel gab es schon nach der unerwarteten Silbermedaille im Zweierkajak über 500 m durch Ken Pfeiffer/Lukas Möller. Lediglich 24/100 Sekunden trennten sie vom ersten Platz. Aber eigentlich ist die 1000-m-Strecke ihre stärkere Disziplin - auch hier holten sie wieder den Titel des Deutschen Vizemeisters.

Und dann wuchs das K4-Team Bayern mit Lukas Möller - Oliver Franke - Ken Pfeiffer und Conrad Bergmann (Neuburg) ebenfalls über sich hinaus und schob sich zum Ende der 500-m-Strecke immer weiter nach vorne bis auf den 2. Platz! Das Dauergrinsen in den Gesichtern von Sportlern und mitgereister Fangemeinde wollte nicht mehr weichen.

Dabei stand der Höhepunkt noch bevor: das K2-Langstreckenrennen über 5.000 m. Nach gutem Start setzten sich Lukas Möller und Ken Pfeiffer sofort an die Spitze des Feldes. Geschickt legten sie Tempowechsel ein und zermürbten damit ihre Gegner. Zu Beginn des Schlussspurtes kämpften noch drei Boote um den Titel des Deutschen Meisters. Aber Möller/Pfeiffer lagen fast eine ganze Bootslänge vorne und konterten nahezu mühelos jeden Versuch ihrer Gegner, ihnen den Titel streitig zu machen. Es war der goldene Abschluss dieser Meisterschaften.

Um für ihre Rennen im Zweierkajak Kräfte zu sparen, hatten sowohl Lukas Möller wie auch Ken Pfeiffer in den Endläufen im Einerkajak darauf verzichtet, alles zu geben und eine bessere Platzierung einzufahren. Dennoch ist der 8. Platz über 500 m im K1 für Pfeiffer eine top Leistung. Auf der Sprintstrecke über 200 m hatte er einen sehr schweren Zwischenlauf erwischt und verpasste knapp das A-Finale. Mit seiner Zeit im Endlauf B, die ihm dort den 2. Platz einbrachte, hätte er allerdings im A-Finale sogar den 4. Platz belegt!

Eine weitere Überraschung: Zwei Boote der Renngemeinschaft Kleinheubach/Aschaffenburg im Finale - daran hätte im Vorfeld niemand geglaubt! Auch Oliver Franke überraschte: Mit seinem Zweierpartner Michael Pabst (Aschaffenburg) hatte er es über Vor- und Zwischenlauf ins Finale über 500 m geschafft. Dabei hatten sie die Süddeutschen Vizemeister aus Baden-Württemberg geschlagen und fuhren nun u. a. gegen Pfeiffer/Möller! Das Boot Franke/Pabst erreichte hier den 8. Platz.

Viel Pech hatte Schlagmann Oliver Franke mit seiner Crew im Viererkajak über 5.000 m. Nachdem es anfangs ausgezeichnet lief, kam es an der ersten Wende zu Kollisionen, und der Bayernvierer fiel zurück. Am Ende durchfuhr er als 11. die Ziellinie.

Eine erstklassige Leistung lieferte auch Jessica Schwaab bei den Damen Junioren ab. Über anstrengende Vor- und Zwischenläufe erreichte sie drei Finalläufe. Mit Platz 5 im Zweierkajak über 200 m und zweimal Platz 8 im Viererkajak über 200 m und 500 m konnte sie mehr als zufrieden sein. Sie hatte es besonders schwer, gegen Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft zu bestehen. Doch im Zweierkajak über 200 m schaffte sie es mit ihrer Partnerin Sarah Winter (Neuburg), ein Boot mit Fahrerinnen der Nationalmannschaft hinter sich zu lassen.

In der Herren Leistungsklasse kämpfte Marvin Tetz um gute Platzierungen. Aber es ist nicht einfach, sich mit Weltmeistern und Olympiasiegern zu messen. Dazu fehlen in Kleinheubach einfach die Trainingsbedingungen - und dem Sportler die Zeit, um wie diese täglich und ganztags trainieren zu können …

Text und Foto: Uschi Zimmermann